Hafe
flüstert
Sind sie weg?

Darne:
flüstert
Ich weiß nicht. Riechst du das auch?

Hafe:
flüstert
Was?

Darne:
flüstert
Es riecht nach Feuer.

Hafe:
flüstert
Feuer riecht doch nicht!

Darne:
flüstert
Es riecht nach Feuer.

Hafe:
flüstert
Sind Kerzen. Isser weg?

Darne:
flüstert
Denk schon. Und jetzt?

Zeitsprung.

Darne:
Guck mal, die Äpfel.

Hafe:
Die essen wir nicht.

Darne:
Ih, stimmt – guck mal, die liegen voll im Dreck.

Hafe:
Egal. Es sind nur zwei.

Zeitsprung.

Darne:
nach einer Weile
Hafe?

Hafe:
Hm?

Darne:
Was soll ich mit dem Wasser machen? Kann ich was trinken?

Hafe:
Nein.

Hafe tritt gegen die Wand.

Darne:
Sei doch nicht so brutal…

Hafe:
Tschuldigung.

Darne:
Bist du sicher, dass die Äpfel vergiftet sind?

Hafe:
Ja. Vielleicht sind auch Rasierklingen drin.

Darne:
Schade. Ich hab Hunger.

Zeitsprung.

Hafe:
Der Tod ist ganz entspannt… ein körperloses Fallen, ein endloser Gedankengang. Man weiß nicht, das man tot ist. Man hat kein Ich-Bewusstsein mehr, man denkt einfach nicht dran.

Darne:
Das klingt schön.

Hafe:
Man bemerkt den Verlust nicht. Es ist keiner.

Darne:
Aber die Erinnerungen müssen doch noch da sein…

Hafe:
fällt Darne ins Wort
Ich hab Angst vorm Sterben.

Darne:
Davor, ein Licht zu sehn?

Hafe:
Ach, wie oft bist du denn schon gestorben?

Stille.

Hafe:
Ich würd zu gern nochmal mein Leben sehen… Ich habe soviel vergessen. Ich weiß nur noch… Ist das nicht traurig? Zu wissen, dass es da irgendwo etwas gibt, und doch nur im Dreck danach wühlen.

Darne:
Man übersieht so viel.

Hafe:
Wo ich Angst vor hab, sind Schmerzen. Ich halt so wenig aus, und sie wissen das doch so. Ich glaub, im letzten Moment, wenn alles nur noch Schmerz ist, bevor’s dann endlich aufhört –

Darne:
Hm, aber das siehst du ja eh dann erst.

Stille.

Darne:
Ich hab keine Angst.

Hafe:
Das ist wirklich dumm.

Darne:
Ich kann da ja nichts für.

Zeitsprung. Cut.

Hafe a Darne